TOP 10 besten Spielmacher aller Zeiten (Ⅳ)

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Platz 4

Johan Cruyff und Günter Netzer
Hier konnte ich mich nicht entscheiden wen ich höher ansetzen würde, auch oder gerade weil beide zur gleichen Zeit ihr Fußball-(Un)wesen getrieben haben, fangen wir mit dem Gast an

Hendrik Johannes Cruyff

Der große alte Mann des holländischen Fußballs, entsprungen der berühmten Kaderschmiede von Ajax Amsterdam und gefördert von Rinus Michels, baute dieser doch rund um den eher schmächtigen Cruyff eine völlig neue Mannnschaft auf. Ajax begann viel professioneller zu trainieren, so das er nach und nach an Kraft und Durchsetzungsvermögen zulegte. Cruyff war nicht das Herz dieser Mannschaft,sondern auch das direkte Bindeglied zum Trainer der ihm jegliche spielerische Freiheit ließ. Dieser bedankte sich mit eine bis dato nie gekannten Übersicht und einer Passgenauigkeit die bis heute kaum ein anderer Spieler zeigen konnte. Selbst ein neuer Trainer auf der Ajax-Bank und ein damit anher gehender Systemwechsel brachten ihn nicht aus dem Tritt und Ajax feierte mit König Johaneine der erfolgreichsten Zeiten in der Vereinsgeschichte.

1973 dann der nächste logische Schritt als er seinem Mentor Michels nach Barcelona folgte, obwohl Barca zu der Zeit eher als Abstiegskandidat und am Ende der spanischen Tabelle herumdümpelte. Dies sollte sich unter dem Spielmacher Cruyff ändern und es gelang Barca sogar vor den – zu dem Zeitpunkt – unantastbaren Königlichen aus Madrid die Meisterschaft zu gewinnen. Seine Art passte perfekt in das katalonische Lebensgefühl und nicht wenige sahen in ihm einen Landsmann. Bis heute gilt er in Barcelona als Institution und sein Wort hat Gewicht.

Nach eher mässig erfolgreichen Gastspielen in Nord-Amerika und bei Levante in Spanien wollte er seine Karriere mit 43 Jahren in Rotterdam ausklingen lassen, doch er lief noch einmal zur Hochform auf und gewann mit Feyernood Meisterschaft und Pokal.

Dieser unglaublichen Spielerkarriere folgte eine nicht minder erfolgreiche Trainerkarriere bei Ajax Amsterdam und beim FC Bracelona wo er jeweils für professionelle Strukturen auch ausserhalb des Spielfeldes sorgte, beide Vereine und ihr Jugendarbeit profitieren noch heute von seinen klaren Vorstellungen.

Ich lehne mich aus dem Fenster und sage das der holländische Fußball, Ajax Amsterdam und auch der FC Barcelona heute nicht den Stellenwert hätten ohne diesen charismatischen Fußballfachmann Johan Cruyff.

Günter Netzer

 

Ein Fußballer, so gerade wie sein Seitenscheitel. Gladbachs genialer Spielmacher und damit massgeblich an der besten Zeit der Borussen-Historie beteiligt in der sie von 1970-1980 fünf Meisterschaften und zwei Pokalgewinne sammelten.

Netzers präzisen und tödlichen Pässe aus der Tiefe des Spielfeldes, sind bis heute nur ganz wenigen Fußballern vorbehalten. Zusätzlich ausgestattet mit einem harten Schuss nahm der Ball bei ihm oft Flugbahnen ein, die pysikalisch nicht möglich waren. Keiner konnte dem Ball solch einen Drall verleihen wie der schon damals äusserst exentrische und Frauen liebende Netzer.

Er macht schnell klar das Fußball kein Spiel unter Freunden ist, sondern knallhartes Geschäft wo sich selber jeder Nächste ist.

Seine absolute Ausnahmestellung bewies der heutige Sportkommentator in seinem letzten Spiel für die Borussia: Im Pokalfinale gegen den rheinischen Rivalen aus Köln wechselte er sich selber ein und schoß dann das entscheidene Siegtor zum 2:1.

Als erste Deutscher überhaupt wechselte er zu den Königlichen aus Madrid, wo er sich ebenfalls durchsetze und elementaren Anteil an zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg hatte. Nach einem Jahr bei den Grasshopern aus Zürich beendet er 1977 seine Karriere, die gezeichnet war von einem Mann der nie durch extreme Laufbereitschaft brillierte, jedoch auf und neben dem Platz agierte wie kein Zweiter.

Kopf der wohl besten Nationalmannschaft aller Zeiten mit der Achse Beckenbauer, Netzer, Gerd Müller.

Zu seiner späteren Funktion als Manager sei noch erwähnt, das er der Begründer der erfolgreichsten Zeit des Hamburger Sport Vereins war und noch heute von den Fans dort verehrt wird, obwohl er nie die Ehre hatte die Raute auf der Brust zu tragen.

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Platz 3

Diego Amando Maradona

Oder wie er selber einmal sagte Die Hand Gottes. Der nur 165 cm große Maradona wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und zeigte schon früh sein unglaubliches Talent was ihm schnell die Aufmerksamkeit der Scouts einbrachte. Ausgestattet mit einem unnachahmlichen Tordrang und technischen Fähigkeiten die seit Pele seines gleichen suchten, war er in jeder Mannschaft die dominierende Person. Seine Dribblings quer übers Spielfeld sind noch heute große Hits bei Youtube und Co. Nach zahlreichen Meisterschaften und Ehrungen in Argentinien wechselte er 1982 nach Europa zum FC Barcelona wo er sich jedoch nie wirklich heimisch fühlte. 1984 zahlte der, bis dahin international völlig unbekannte SSC Neapel ein Rekordsummer von 24 Millionen für den argentinischen Ballzauberer. Bis heute halten sich hartnäckig die Gerüchte das die Camorra (örtliche Mafia) diesen Deal finanziert hat. Die naepolitanischen Fans schloßen ihn schnell ihn ihr Herz und er danke es ihnen mit der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte und weiteren Titeln unter seiner Regentschaft.

Paralell schuf er auch in der Nationalmannschaft seine eigene Legende in dem er sie in nie da gewesener Dominanz 1986 zur Weltmeisterschaft führte, selten wurde eine WM-Endrunde so von einem Spieler geprägt wie von ihm. Auch Deutschland konnte die Gauchos unter seiner Führung nicht aufhalten und Rummenigge und Co. verloren das Endspiel völlig verdient mit 3:2. Nach einigen weiteren Stationen und Eskapaten neben und auf dem Spielraum, u.a. eine von ihm initinierte Massenschlägerei unter den Augen König Juan Carlos beendete er 1997 seine aktive Laufbahn.

So auffällig er auf dem Platz war, so sehr ließ er es auch neben dem Platz knallen. Von Dopingsperren, Drogenmissbrauch bis hin zur Steuerhinterziehung trat er in jedes Fettnäpfchen was er finden konnte. Ohne tägliches Training nahm er schnell zu und betrieb Raubbau an seinem Körper was im Jahre 2000 in einem Herzinfarkt gipfelte. Nach einigen Besuchen in der Entzugsklinik scheint er heute sein Leben im Griff zu haben.

Ein begnadeter Fußballer der in meiner Statistik nur Dritter wurde, da er eher im Gegensatz zu den anderen Spielmachern, nicht der alles überblickende Stratege war, was er jedoch durch seine technische Brillianz fast gänzlich vergessen lies.

 

TOP 10 besten Spielmacher aller Zeiten (Ⅰ)

TOP 10 besten Spielmacher aller Zeiten (Ⅱ)

TOP 10 besten Spielmacher aller Zeiten (Ⅲ)

TOP 10 besten Spielmacher aller Zeiten (Ⅴ)

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